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Die Geschichte eines Lügners von John Boyne

Von Monica Friedman         Maurice Swift ist ein junger Mann, dessen größter Wunsch es ist, Schriftsteller zu werden – und zwar ein berühmter Schriftsteller.

Er schreibt auch gut, sieht gut aus, kann charmant sein, ist belesen und dabei leider komplett phantasielos. Ihm fällt nichts ein, er kann keine Geschichte zu Ende erzählen.

Dann lernt er Erich Ackermann kennen. Der ist schon lange Schriftsteller, hat mehrere Bücher veröffentlicht und nun überraschend im Alter einen Preis gewonnen.

Als die beiden sich begegnen verliebt sich Ackermann Hals über Kopf, was ihn verwirrt, denn er hatte seine Gefühle immer weitgehend im Griff und unter Verschluss. Nun wünscht er sich nichts mehr als in Maurice Nähe zu sein und fragt, ob der ihn als sein Assistent auf die anstehenden Lesereisen begleiten würde. Maurice, der die Nähe zu Schriftstellern und zur Literaturwelt sucht, stimmt begeistert zu.

Auf den gemeinsamen Reisen fasst Erich Ackermann Vertrauen und als Maurice ihm Fragen über die Zeit während des Krieges stellt, vertraut er ihm ein Geheimnis an, von dem niemand weiß und das er seit Jahrzehnten mit sich herumschleppt.

Maurice hört begierig zu und macht schließlich ein Buch daraus. Er verschweigt auch nicht, wessen Geschichte er da erzählt, denn egal, was das für Ackermann heißt, für ihn bedeutet es ersten Ruhm.

Soweit der Anfang der Schriftstellerkarriere des Maurice Swift.

Sein weiteres Leben und Tun dürfen wir auf den noch folgenden 300 Seiten begleiten. Und es wird nicht langweilig, denn John Boyne ist ein toller Erzähler.

Und, ich weiß, es ist nur ein Buch, aber die Skrupellosigkeit und die atemberaubende Überheblichkeit mit der Maurice Swift sich seinen Platz in der Welt erlügt haben mich auf unangenehme Weise beeindruckt und erschreckt.

Tolles Ding. 400 Seiten. Lohnt sich.

Roman
Einband: kartoniertes Buch
EAN: 9783492318808
12,00 €inkl. MwSt.

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Kategorie: Roman

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