Sandy Stark-McGinnis: Bird Girl

von Martha 

Dezember zieht, seit sie denken kann, von Pflegefamilie zu Pflegefamilie. Blass ist die Erinnerung an die Zeit mit der Mutter, die Zeit, in der sich Dezembers Flügel zum ersten Mal entfalteten und die Narbe entstand, unter der sich ihre Flügel fortan verborgen hielten. Nun steht ein neuer Umzug bevor, doch längst macht sich Dezember keine Hoffnungen mehr, auf ein richtiges Zuhause. 

Denn sie weiß: Sie ist das Vogelmädchen, stark und mutig, dazu bestimmt alleine um die Welt zu fliegen und nie zurückzukehren. Bis sie Eleanor kennenlernt...

Vielleicht mag es verwundern, das ich ohne es anzuzweifeln, selbstverständlich von Dezembers Flügeln schreibe. Dies tue ich, aus dem einfachen Grund, dass Dezember selbst nie daran zweifelt, dass sie ein Vogel ist. Das wirkt verwirrend, auch beim Lesen des Buches. Mein Rat: Sich einfach drauf einlassen, auf diesen Flug zwischen Realität und Traum, es wird am Ende, wie so vieles im Leben, Sinn ergeben.

"Bird Girl" ist der Debütroman von der amerikanischen Autorin Sandy Stark-McGinnis. Es geht um Liebe und Freundschaft und natürlich um den uralten Traum der Menschen, zu fliegen. 

Vor allem wird einem beim Lesen aber bewusst, das ein Zuhause nicht nur ein Ort ist, sondern vielmehr ein Gefühl. Zuhause bedeutet Geborgenheit, Sicherheit, verstanden werden. Zuhause ist der Ort, wo man geliebt wird, wo sich Menschen für einen interessieren. Leider ist all das für viele Menschen, wie Dezember, nicht selbstverständlich.

Teilweise ist es wirklich erschütternd, was unser Gehirn alles tut, nur um zu Vergessen oder zu verdrängen, was passiert ist. 

Dezembers neue Freundin Cherryllyn, ist Transgender, das heißt im falschen Körper geboren und wird in der Schule gemobbt. Auch diese Beziehung spielt eine wichtige Rolle und hilft Dezember, Vertrauen zu fassen!

Das Buch ist traurig und ernst, nicht spannend, aber ergreifend und voller Hoffnung. 
Altersempfehlung: ab 10/11